London Studienfahrt

Was passiert, wenn einem in London eine Vintage-Handtasche aus der U-Bahn bei sich schließender Tür fällt? Dies erlebte eine Teilnehmerin. Ein junger Engländer auf dem Bahnsteig hebt sie auf, fährt bis zur nächsten Haltestelle nach und übergibt die Handtasche der überraschten Studienfahrt-Teilnehmerin. Grandios und emotional. Wir lieben England. Yeah.

Die Wetter-Göttin sonnt uns genüsslich in goldenen Strahlen; wir flanieren ins Globe Theatre; wir passieren Buckingham Palace und rote Telefon-Zellen. So lässt sich eine Studienfahrt genießen. Die 44 Schülerinnen und Schüler und die begleitenden Lehrkräfte Frau Petersen, Frau Strauß und Herr Traumann erlebten ein abwechslungsreiches Programm, und manche verliebten sich in diese Stadt der Gegensätze.

Changing of the Guards in der Nähe von Downing Street 10

Neben Prunk und Glanz, verkörpert durch „Changing of the Guards“ vor dem Buckingham Palace und mächtigen Türmen aus Stahl und Glas, zeichnet London sich, bei genauerer Betrachtung, auch durch Wohnungslosigkeit und Armut aus.

Zweitens erscheint das musikalische Angebot der Stadt gigantisch. Die Konzerthalle „Royal Albert Hall“ feiert dieses Jahr ihr 80-jähriges Bestehen. Daneben finden wir auch in den U-Bahn-Stationen immer wieder Musikerinnen und Musiker, die mit Hut-Kasse spielen. Und Straßenmusiker, „busker“ genannt, bereichern das Londoner Stadtbild.

Und schließlich tragen die unterschiedlichsten Menschen aus aller Welt zum lässigen Look der Metropole bei. Das imperiale Erbe des ehemaligen Empires zeigt sein Gesicht durch Vokabeln wie Shampoo, welches im 18. Jahrhundert durch Sake Dean Mahamod eingeführt wurde. Das Wort stammt aus dem Hinduistischen für „waschen“ und „massieren“. Auch das erste indische Restaurant geht auf diesen Herren zurück. Leider bedeutet das imperiale Erbe auch Diebstahl von Kunstgegenständen, Massaker und astronomische Gewinne aus dem Handel mit Übersee-Gebieten zum Nachteil der Menschen dort. Deutschland teilt eine ähnliche Geschichte. Leider.

Little Venice, eine Ansammlung von kleinen bewohnten Kanalbooten, befindet sich zwischen Paddington und Camden Lock. Hier lohnt ein Spaziergang entlang des Kanals. Das quirlige Camden Town mit Camden Market bleibt bunt und wild und liebt Punker. Für Theater-Fans und die, die es werden möchten, ist der Besuch des Globe Theatre, „the wooden O“, ein Muss. Wir besuchten „Much Ado About Nothing“, „Viel Lärm um Nichts“, von Shakespeare. Die Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugten absolut und wir genossen, nachdem wir uns in die Sprache von Shakespeare eingegroovt hatten, den Spielwitz und die freche Darstellung im modernen Gewande.

Fahrt mit dem Lift im Schornstein – fantastischer Blick auf die Themse.

Blick von North Greewich Richtung Westen – ein Sonnenuntergang par excellence – dann die Abreise mit dem Bus nach Hemmingen. Die Vintage-Handtasche hat es ebenfalls sicher nach Hemmingen geschafft.

TRA

Erstellt: 26.09.2026 | Kategorie(n): Aktuelles aus der Schule