Gauß – Prinz der Mathematik

Wie nervig muss es für eine Lehrkraft sein, wenn ein Schüler in der Schule superschnell seine Aufgaben löst? Gauß war zügig und logisch. Bei der Anekdote aus Gauß‘ Schulzeit stellte der Lehrer allen Schülern die Aufgabe, die Zahlen 1 bis 100 zu addieren. 1+2+3+4+5+6+7+8+9 … Der Lehrer wollte seine Ruhe. Damals waren Lehrer wohl schlechter bezahlt. Der junge Gauß teilte das Ergebnis nach kurzer Zeit mit: 5050. Ganz einfach – eigentlich. Gauß erkannte, dass, wenn er die Paare aus der ersten Zahl und der letzen Zahl – also 1+100 – der zweiten Zahl und der vorletzten Zahl – 2+99 addierte, so erhielt er immer 101. Also rechnete er 50 Paare mal 101 = 5050. Ganz einfach – eigentlich.

Gauß ging in die Geschichte der Mathematik als Genie ein. Seine Ausarbeitungen zu Zahlenfolgen, die Frequenz von Primzahlen, sind bahnbrechend. Gauß katapultierte Deutschland an die vorderste Stelle in der Welt der Mathematik. Arbeitsangebote aus Frankreich lehnte er ab. Er berechnete die Laufbahn des kleinen Planeten Ceres präzise. Der Planet war „verschwunden“ und Astronomen suchten den Planeten am Himmel. Mit Gauß‘scher Berechnungskunst konnte Ceres „wieder gefunden“ werden.

Gauß war Landvermesser, Erfinder des Heliotrops (Instrument zur Landvermessung), Astronom, Physiker, Direktor der Sternwarte in Göttingen und Dekan der Universität in Göttingen und natürlich Hochschullehrer. 1833 entwickelte Gauß mit seinem Kollegen Weber den ersten elektromagnetischen Telegraphen.

Gauß (30. April 1777 – 23. Februar 1855) heiratete zweimal. Seine erste Frau Johanna, genannt Hannchen, Osthoff verstarb mit 29 Jahren. Mit ihr hatte er drei Kinder. Mit Minna Waldeck, seiner zweiten Frau, hatte er ebenfalls drei Kinder. In Göttingen lehrte Gauß als Professor von 1807 bis zu seinem Tode im Jahre 1855.

Als sein erster Enkel 1839 in den USA geboren wird, vertraute er seinem Freund Olbers in Bremen an, dass „der ein derber Amerikaner zu werden verspricht“. Carl Friedrich Gauß‘ Sohn Eugen wurde später Präsident der First National Bank in St. Charles, Missouri. Sein zweiter Sohn Wilhelm wurde Landwirt und später durch seine Schuhgeschäfte in Missouri sehr wohlhabend. Als bekannteste Nachfahrin heutzutage gilt Diana Gauß Richardson in fünfter Generation. Sie ist Geographin in den USA. Erleben wir bald an unserer Schule, der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Hemmingen, eine Schülerin oder einen Schüler, die oder der es mit der Kreativität und Genialität Gauß aufnehmen kann? Vielleicht.

TRA