Mit Homer nach Hannover: Die Lateinkurse auf den Spuren des Odysseus
Homer im Museum, Homer auf der Leinwand: Am 1. September 2026 machten sich die Lateinerinnen und Lateiner der Oberstufe auf den Weg nach Hannover – erst zu einem Workshop über die Odyssee und ihren Dichter Homer im Museum August Kestner, dann ins Astor Grand Cinema zu Christopher Nolans Blockbuster „Die Odyssee“.
Der Listenreiche, der Dulder, der Heimkehrer: Kaum eine Figur der Antike ist so lebendig geblieben wie Odysseus. Grund genug, ihm einen ganzen Tag zu widmen – und dabei auch nach dem Mann zu fragen, der seine Geschichte erzählt hat.
Vormittag: Wer war Homer?
Im Museum August Kestner ging es zunächst in die Antikensammlung. Zwischen Vasen, Statuetten und Alltagsgegenständen bekam die Welt, aus der die Odyssee stammt, ein Gesicht.
Im Workshop standen das Epos, sein Dichter, dessen Zeit und bereits einige Stationen der Odyssee im Mittelpunkt. Wer war Homer, und wann lebte er? Wie entstand ein Werk, das lange mündlich weitergegeben wurde, bevor man es aufschrieb? Und wie sah die griechische Welt des 8. Jahrhunderts v. Chr. aus, in der die homerischen Epen ihre Gestalt fanden?
Nachmittag: Fast drei Stunden Irrfahrt im Kinosessel
Mit diesem Blick im Gepäck ging es ins Astor Grand Cinema. Christopher Nolans „Die Odyssee“ mit Matt Damon als Odysseus läuft seit dem 16. Juli in den deutschen Kinos und gehört zu den großen Filmereignissen des Jahres. Rund 170 Minuten Stürme, Ungeheuer und Heimweh – in gewaltigen Bildern.
Spannend war vor allem der Vergleich: Was übernimmt der Film aus Homers Vorlage, was lässt er weg, was deutet er neu? Und wie viel von Homers Welt, die wir am Vormittag kennengelernt hatten, steckt noch in den Bildern? Auf der Heimfahrt wurde darüber noch lebhaft diskutiert.
Fazit: Fürs Abitur – und fürs Leben
Ein toller Ausflug, der weit über einen Wandertag hinausging. Für das Abitur haben die Kurse viel mitgenommen: Wie antike Stoffe aufgebaut sind, wie sie bis heute weitererzählt werden und wie man Original und moderne Adaption kritisch vergleicht.
Und fürs Leben? Vielleicht die Erkenntnis, dass der Weg nach Hause manchmal lang ist – und dass man mit List und Köpfchen auch aus der Höhle eines Kyklopen wieder herauskommt.
Ein herzliches Dankeschön an das Team des Museums August Kestner für den anregenden Workshop und an Frau Straatmann, die diesen Tag möglich gemacht haben.
LEM



