40 Jahre Tschernobyl

40 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe in Tschernobyl kam eine illustre Runde an Gästen an die Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Hemmingen. Unter dem Titel: „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukuschima – Zukunftsenergie“ klärten die Expertinnen und Experten die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs über die zukünftige Energieversorgung auf. Im Anschluss stellten die geladenen Gäste ihre Expertise in kleinen Gruppen unter Beweis.

Die Zahlen bringen gigantische Mengen an nuklearem Material ins Bewusstsein – 600.000 Tonnen an radioaktiven Materialien gibt es weltweit und circa 400 Reaktoren auf unserem Globus sind in Betrieb, die noch ca. 100 Jahre weiter betrieben werden können. Sieht die Zukunft düster aus für junge und alte Menschen?

Die Zukunft, so dachten die Menschen damals in Deutschland in den 70er Jahren, sollte nuklear sein. Maßgeblich beschleunigte hier der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt die Einführung der Nukleartechnologie. Es ging um energetische Diversifizierung angesichts des Ölpreisschocks damals. Die Sicherheit der Reaktoren spielte eine beherrschbare Rolle. Gelder für Forschung und Werbung flossen reichlich.

Zwei Namen änderten das Gefühl von Sicherheit: Tschernobyl und Fukushima. Beide Reaktoren, der eine in der damaligen Sowjetunion im Jahre 1986 und der andere in Japan im Jahre 2011, explodierten und eine Kernschmelze trat ein. Die Verseuchung bleibt die nächsten Jahre das dominierende Thema in diesen Regionen – in Europa durch den Krieg in der Ukraine.

Die Auswirkungen nach der Freisetzung von radioaktivem Material sind vielfältig. Die Strahlung schädigt das Erbgut. Dies sehen wir in Missbildungen bei Babys nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki in Japan. Die Strahlung erhöht das Krebsrisiko drastisch. Die Strahlung schwächt das Immunsystem und macht Menschen müde.

Nach diesen schwere Wahrheiten war den Diskutanten klar, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsene mehr beteiligt werden müssen im Prozess des Ausstiegs aus der Kernkraft und wie und wo der Atommüll gelagert werden soll. Diese Aufgabe löste die am Ende stattfindende intelligente und tiefgründige Podiumsdiskussion der Jugendlichen hervorragend. Schauen Sie gern in den Projektbericht von Mathilda Mittendorf hinein.

Unser Dank geht an das Team der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein und der Heinrich-Böll-Stiftung Leben und Umwelt. Die angereisten Expertinnen und Experten fanden großen Anklang bei den Schülerinnen und Schülern. Am Ende steht eine einfache und weitreichende Empfehlung – Energie sparen. Damit wir in Zukunft mit sicheren Technologien unser Leben auf gutem Niveau führen dürfen.

TRA

Erstellt: 26.05.2026 | Kategorie(n): Aktuelles aus der Schule